Über das Lernen
Bildung ist anders als stures Auswendiglernen
Jeder Mensch wird mit der Fähigkeit zu lernen geboren und die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns ist geradezu phänomenal. Unser ganzes Leben ist mit neuen Lerninhalten vollgespickt. Berufsprofile ändern sich, neue Berufe kommen hinzu und die Technik ändert sich schneller denn je – wollen wir Schritt halten, ist ständiges Lernen unerlässlich.
Lernen mit Begeisterung
Die Lernfähigkeit ist nicht abhängig von Intelligenz. Viel wichtiger ist die Bereitschaft sich neues Wissen anzueignen. Unter Zwang, so sagt Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie, entwickelt sich das Hirn nicht weiter. Es braucht die Begeisterung, etwas zu entdecken und die Freude, seine Potenziale entwickeln zu können. Gefühle sind also sehr eng mit Lernen verbunden. Ein gutes Gefühl ist für erfolgreiches Lernen unerlässlich. Wenn wir zum Beispiel bei jeder Matheaufgabe schlechte Gefühle und vor jeder Prüfung Angst und Bauchschmerzen haben, kann Lernen nicht gelingen.
Lernen heisst...
...Erfahrungen sammeln,
...Fragen stellen,
...Fehler machen dürfen,
...offen und neugierig sein.
In jedem Schüler oder Menschen steckt die Sehnsucht von Etwas, das man lernen und können möchte. Diese müssen wir wecken und Gelegenheiten bieten, Erfahrungen zu sammeln. Dazu sind viele verschiedene Inputs nötig. Kinder dürfen nicht nach allgemeinen Mustern "abgerichtet" werden. Ihnen zu zeigen, was sie können, ist viel wichtiger. Es geht also darum, erfüllte Bedürfnisse zu erzielen.
Leider geschieht heute allgemein das Gegenteil. Wir werten ab, sind auf Fehler fixiert und fördern Angst anstatt Selbstvertrauen. Über 40% der Schüler gehen mit Angst zur Schule – doch eigentlich brauchten sie Vertrauen und Bestätigung.
Wir können damit beginnen, den individuellen Lernstil herauszufinden und mit persönlich angepasstem Lernen wieder Freude und Begeisterung am Lernen zu entwickeln.